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17.08.2017

Der Brexit und die Folgen für das Au-pair Wesen

Britische Agenturen leiden unter Bewerbermangel. Brauchen Au-pairs in England künftig ein Visum?

Das EU-Referendum bringt einen Teil der britischen Mittelschicht in eine Bredouille: Berufstätige Eltern konnten sich seit Jahrzehnten auf die – kostengünstige – Unterstützung durch Au-pairs vom Kontinent verlassen. Junge Europäer kamen immer gerne und zahlreich auf die Insel, um hier Gastfamilien bei der Bewältigung des Haushalts und der Betreuung der Kinder zu helfen. Und nebenbei perfektionierten sie die wichtigste Fremdsprache. Nun erfährt die britische Au-pair-Tradition einen empfindlichen Bruch, denn die Bewerbungen von Au-pairs aus dem Ausland sind massiv gesunken.

Abschreckende Wirkung des EU-Referendums

Die Sorge vieler Au-pair-Agenturen ist seit dem Brexit-Votum groß: Wird Großbritannien bei Jugendbildungsreisenden an Beliebtheit verlieren? Der britische Au-pair-Verband BAPAA verkündete am Folgetag der Auszählung im letzten Jahr ermutigend: „We do not believe the vote to leave will affect Au pairs for the foreseeable future and feel very positive that European Au Pairs will be welcomed in the UK for many years to come.” Geschätzte 40.000 Gastfamilien nehmen jährlich ein Au-pair bei sich auf und sie alle teilen weder die EU-Feindlichkeit noch den Nationalismus der Brexit-Hardliner. Trotzdem fühlen sich manche Menschen nicht mehr willkommen im Vereinigten Königreich. Sie befürchten Fremdenfeindlichkeit in der Bevölkerung, auch wenn ihre potentiellen Gastgeber mit aller Wahrscheinlichkeit mit „Remain“ abgestimmt haben.

Weniger Au-pair-Interessenten

Tuuli Liiskmaa, die Direktorin von Smartaupairs, einer großen Au-pair-Agentur in England, beklagt wie viele ihrer Kollegen inzwischen fast 50 Prozent weniger Bewerber: „It is evident that the numbers of applicants applying to the UK au pair programme have decreased substantially in 2017. Not just among German speakers but across all European nationalities.”

Wenn weniger junge Deutsche nach Großbritannien wollen, trifft das auch die Entsendeorganisationen hierzulande. Die große Matching-Agentur AuPairWorld mit Sitz in Kassel vermeldet, dass sich im ersten Halbjahr 2017 mehr als ein Drittel weniger junge Menschen für Au-pair auf der Insel interessiert haben als im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres. Geschäftsführerin Ann-Kristin Cohrs vermutet: „Möglich, dass ein drohendes Visum schon jetzt davon abhält, sich für einen Aufenthalt in UK zu entscheiden. Möglich aber auch, dass die Terroranschläge in den vergangenen Monaten abschreckend wirken.“

Maria Riedmaier kann hingegen in ihrer Agentur active abroad in Freising kein nachlassendes Interesse an Großbritannien festmachen. „Vielleicht sind es besonders die jungen Menschen aus Osteuropa, denen nach dem Brexit-Votum die Lust auf das Vereinigte Königreich vergangen ist“, überlegt Riedmaier.

Ende der Freizügigkeit nach dem Ausstieg aus der EU

Die Gespräche zum Austritt der Briten aus der EU haben am 19. Juni 2017 begonnen. Sollte es zu einem harten Brexit kommen, „endet die EU-Freizügigkeit im März 2019“, ließ Theresa May durch ihren Sprecher verkünden. Es war ein Ziel der Austrittsbefürworter, dass künftig weniger Ausländer nach Großbritannien kommen. Was das für Au-pairs bedeutet, ist ungewiss. Der britische Au-pair-Verband BAPAA mit seinen rund 30 Mitgliedsagenturen arbeitet durch intensive Lobbyarbeit daran, die negativen Folgen des EU-Referendums auf den Jugendaustausch abzuwenden und Großbritannien weiterhin als weltoffen und gastfreundlich darzustellen. Die deutsche Agentur active abroad gibt sich gelassener als ihre britischen Partneragenturen: „Schlimmstenfalls müssen die Au-pairs eben ein Visum beantragen wie für viele andere Länder auch.“

http://bapaa.org.uk/

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